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In Bremen-Schwachhausen, genauer gesagt, in der Wachmannstraße, gibt es einen Schlüsseldienst mit einem Ladengeschäft. Vor diesem Geschäft parkt meistens ein Firmenwagen des Schlüsseldienstes. Ganz normal, oder? So einfach ist das aber nicht, denn der Pkw parkt offen illegal auf dem Gehweg im Bereich einer Haltestelle der BSAG, noch dazu über einem Blindenleitsystem, an dem sich Blinde und Sehbehinderte mit ihrem Stock an einer Riffelung orientieren können.

Illegales Parken zwingt Straßenbahn zu illegalem Halt

Zusätzlich befinden sich auch Orientierungsflächen auf dem Gehweg, die für Sehbehinderte, aber auch Rollstuhlfahrer den Einstieg in die Straßenbahn markieren. Auch diese werden überparkt. Die ankommenden Straßenbahnen haben eigentlich so anzuhalten, dass diese Punkte genutzt werden können. Da das aber meistens nicht geht –  da steht nämlich der gelbe oder weiße Firmenwagen des Schlüsseldienstes – halten die Straßenbahnen einige Meter vor dem eigentlichen Haltebereich. Ein- und aussteigen kann vorne ohnehin keiner.

Was macht die Polizei? „Keine Leute“

Ein unhaltbarer Zustand, werden Sie sagen. Mitnichten. Dieser Zustand dauert schon sehr lange an.  Vor knapp einem Jahr hat der Sozialausschuss des Beirats Schwachhausen bei einem seiner „Stadtteilspaziergänge zur Barrierefreiheit“ diese grobe Ordnungswidrigkeit (Parken auf dem Gehweg, behinderndes Parken, Behindern des ÖPNV) mit in ihre Mängelliste aufgenommen und der Polizei zur Kenntnis gebracht. Passiert ist nichts. Auf Nachfrage kam die Antwort: Man habe ja keine Leute und die Polizeiwagen, die häufig durch die Wachmannstraße führen, seien auf einer Einsatzfahrt. Der Kontaktpolizist vielleicht? Ach ja, den haben wir ja auch noch!

Und das Stadtamt? Ist nur selten da

Ja aber das Stadtamt, werden Sie vielleicht ausrufen, die müssten doch einen Strafzettel schreiben. Tja, das Stadtamt verirrt sich nur ganz gelegentlich mal in unsere Gegend und dann auch nur, um die Pkw zu zetteln, die in einer gebührenpflichtigen Zone ohne Parkschein parken. Meistens sind das alle.

Was sagt der Übeltäter? „Hier gibt es keine Behinderten“

Nach weiteren Wochen – das gelbe bzw. weiße Auto parkt immer noch dort – sprechen wir im Laden vor. Polizei, nee wieso? Völlige Uneinsichtigkeit und die Feststellung, dass es „hier in der Gegend gar keine Behinderten“ gäbe. Also kriegt die Polizei Mails, mehrmals. Antwort – Fehlanzeige. Das gelbe Hindernis parkt weiter auf dem Gehweg, direkt vorm Laden, auch wenn legale Parkplätze frei sind. Es ist ja so schön bequem und es sagt ja keiner was. Inzwischen parken auch schon andere Fahrzeuge dort, anstatt des Schlüsseldienstes oder dahinter.

Was sagt der Beirat dazu? Er fragt die Polizei

Beiratssitzung Ende April. Wie meistens ist auch der Leiter des Schwachhauser Polizeireviers anwesend. Da wird die Gelegenheit ergriffen und die Sache öffentlich angesprochen. War denn überhaupt schon mal jemand von der Polizei vor Ort? Hat man mit dem Fahrzeugbesitzer gesprochen? Natürlich!!! Und was wurde unternommen? Nichts. Die Sachlage hat sich anders dargestellt. Ja, wie denn???……Schweigen …. Aber dann doch noch ein Statement: Wir haben in Schwachhausen sowieso mehr Ärger mit Radfahrern als mit Autofahrern. – Heiterkeit im Raum –

Und der Sozialausschuss nimmt’s in die Hand:  Das Ortsamt soll was tun

Das ist jetzt auch schon wieder einen Monat her. Was sich seitdem geändert hat? Gar nichts. Unzählige Beweisfotos wurden gemacht und auch der Polizei geschickt. Immer häufiger werden wir von Bürger*innen auf das Problem angesprochen.

In der letzten Sitzung des Sozialausschusses wurde der einstimmige Beschluss – und damit Beiratsbeschluss – verabschiedet, die Polizei ausdrücklich zum Handeln in dieser Angelegenheit aufzufordern. Das wird jetzt ganz offiziell vom Ortsamt gemacht. Wenn dann wieder nichts geschieht, werden wir Anzeige erstatten.

Die Polizei macht nichts, das Stadtamt glänzt durch Abwesenheit, der Beirat amüsiert sich, der Übeltäter sieht das Problem gar nicht. Einzig der Sozialausschuss reagiert, das Ortsamt nimmt die Polizei in die Pflicht. Bürger beobachten ihre Polizei.

Fortsetzung folgt! …..

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In Bremen-Schwachhausen, or to be precise, Wachmannstrasse, there is a key cutting shop. On most working days, you’ll see its yellow or white company car parked outside. Very normal, right? Well no. The car is actually parked at a tram stop, right on top of a guiding system where visually impaired people can orient themselves with their sticks on a ripple. In other words, it’s parked illegally.

Illegal parking forces tram to stop illegally

On this stretch of pavement, there are also orientation areas which mark the tram entrance for both visually impaired and wheelchair users. These are also being parked on. The arriving trams are meant to stop so that these points can be used. However, since this is usually not the case – the yellow or white company car is typically there – the tram stops away from the markings.

So what is the police doing?

An untenable state, you will say. Not at all. This situation has gone on for a very long time. Just over a year ago, the district council’s Social Committee, in one of its “neighbourhood walks to accessibility“, included this administrative offence (parking on the pavement, obstructive parking, impeding public transport) and brought it to the attention of the police. Nothing happened. On following up the request, came the answer: “we don’t have the manpower”.

Traffic wardens from the municipality?

Ah yes the municipality. They would have to write out a penalty ticket. But they rarely venture into this area, and then only to ticket cars parked in a fee-paying area without paying.

So what does the villain himself say?

“We don’t have disabled people”

A few weeks after discussing this with the police, the yellow or white car was still parked there. – So we went into the key shop to discuss the issue. We explained what the markings were for, to which the shop owner admitted he was unaware of them. But when we suggested it would be helpful to park elsewhere, we were told that “there are no disabled people here in the area.” So the police continue to get our emails, but clearly it’s a waste of time. The dude continues to park his cars on the markings at the tram stop, nice and handy just in front of the shop. So other motorists reckon they can take their chance and follow suite. The tram stop starts to fill up with parked cars. The takeover is complete.

What does the local council say?

Local reps took the issue to the local council at the end of April. As usual, the local police chief was present, so the matter was publicly addressed. Has a police officer visited the shop? Has anyone talked to the vehicle owner? Naturally!!! And what was being done? Nothing. The situation isn’t as we describe. Oh, so what is the situation then? No reply. But then the police chief explains: “In Schwachhausen we have more trouble with cyclists than with motorists”. Sniggers break out around the room.

So the social committee takes it into its own hands

More and more local residents have gone to the local council to complain about parked cars blocking their tram stop. The local council has had to respond. Countless photographs have been taken and sent to the police. At the last meeting of the council’s Social Committee, an official and unanimous decision was adopted to call on the police to act. This is now official local authority policy.

So there we have it. The cops twiddle their thumbs, the traffic wardens avoid the area, the local council members giggle, and the key cutter gets his personal parking space to the detriment of tram users.

Only the local social committee has reacted. They’ll be watching the detectives. We’ll keep you posted.

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